Ralfs Plattenkiste

Hier stellen einige Tauberplanscher ihre All-Time-Favoriten bzw. ihre derzeitigen Lieblingsalben vor. Mitmachen!

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Ralf
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Ralfs Plattenkiste

#1 Beitrag von Ralf » Samstag 25. September 2010, 11:25

        Übersicht

#1    B.o.B. - The Adventures of Bobby Ray
#2    Tired Pony - The Place We Ran From
#3    Disco Ensemble - The Island of Disco Ensemble
#4    Jeremy Messersmith - The Reluctant Graveyard
#5    Eddie Vedder - Into the Wild (Soundtrack)
#6    The Wombats - This Modern Glitch
#7    Snow Patrol - Fallen Empire
#8    The Maccabees - Given to the Wild
#9    Ellie Goulding - Bright Lights
#10  Talking Pets - Cities
#11  The Gaslight Anthem - Handwritten
#12  The Vaccines - Come of Age

Feedback darf gerne geäußert werden. ;)

LG Ralf
Zuletzt geändert von Ralf am Freitag 16. November 2012, 17:53, insgesamt 11-mal geändert.

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Re: Ralfs Plattenkiste

#2 Beitrag von Ralf » Sonntag 26. September 2010, 00:51

Den Anfang macht:

B.o.B. - The Adventures of Bobby Ray

VÖ: 27.08.2010
Genre: R&B / Hip-Hop


Zu Beginn möchte ich gleich mal auf ein Album eingehen, das es überraschend auf meinen bisherigen Spitzenplatz dieses Jahres geschafft hat und deshalb auch ausführlich hier Platz finden soll.

"B.o.B" ist eigentlich Bobby Ray Simmons und ein US-amerikanischer Rapper aus North Carolina. Er gehört nicht zu den stereotypen Selbstdarstellern; viel mehr zeichnet er sich durch Offenheit gegenüber anderen Genres aus. So lässt sich B.o.B nach eigener Aussage auch von Bands beeinflussen, die selbst mit R&B oder Hip-Hop nicht viel zu tun haben, wie z.B. My Chemical Romance, den Foo Fighters oder Coldplay.

Diese Einstellung spiegelt sich in "The Adventures of Bobby Ray" hörbar wieder, für das er sich verschiedene Features mit ins Boot geholt hat. Bei den ersten der insgesamt 17 Songs (inkl. 5 (!) Bonus-Tracks) schlägt der Rapper eher sanfte Töne an. Der Opener "Don't let me fall" besticht durch einen weichen Beat und einem leicht melancholisch gesungenen Refrain in Kombination mit Sprechgesängen von Bobby. Auch "Nothin' On You", die bislang erfolgreichste Single von B.o.B, macht einen eher poppigen Eindruck, wozu auch der US-Songwriter und R&B-Sänger Bruno Mars beiträgt. Nach einem eher klassischen Hip-Hop-Stück mit Lupe Fiasco folgt dann die erste Überraschung: sogar Paramore-Sängerin Hayley Williams ist auf dem Album vertreten. Klavier-Klänge verbinden die Rap-Parts und den von Hayley gesungenen Refrain und ergeben zusammen mit unaufdringlichen Drums ein echtes Meisterwerk, zu dem wir später nochmal kommen. Gehört auf jeden Fall zu meinen aktuellen absoluten Lieblingsliedern. Anschließend greift B.o.B wieder auf den klassischen Hip-Hop zurück und legt u.a. mit Unterstützung von T.I. ein paar Nummern zum Mitwippen und Tanzen hin. Eine weitere Facette auf der abwechslungsreichen Platte. Mit "Ghost in the Machine" wird dann wieder eine ganz andere Atmosphäre erzeugt. Bobby widmet sich eher dem Gesang und verzichtet weitgehend auf Rap-Parts, wodurch die Lyrics besser zur Geltung kommen und wieder viel Gefühl zu hören ist. "Magic" besticht durch das Feature von Rivers Cuomo durch Electro-Elemente, die sich super in den Song einfügen. Bobby widmet sich aber auch den Schattenseiten einer Musikkarriere. So erzählt "Fame" vom scheinbar blinden Streben nach Ruhm und der Erfahrung, von früheren Freunden ausgenutzt zu werden. Richtig guter Songtext. Mit "Lovelier Than You" widmet sich B.o.B. dann – wie schon zu Beginn seiner Platte - seinem Fable für Balladen, der aber durchausmit einem Lächeln zu verstehen sind. Nachdem dann ein weiterer eher klassischer Rap-Titel für Genre-Liebhaber wohl die Platte abrunden soll, versteckt sich mit dem 2. Teil vom erwähnten Highlight "Airplanes" sozusagen noch das Tüpfelchen auf dem i. Der zuvor mit Hayley Williams aufgenommene Song wird durch einen Part von keinem geringeren als Eminem erweitert und wird dadurch nochmal mächtig aufgewertet. Den Abschluss der Platte bilden – zumindest in der Deluxe-Edition – noch sage und schreibe fünf Bonus-Tracks, von denen sicherlich „Letters of Vietnam“ herauszuheben ist. In diesem Song versetzt sich B.o.B in einen amerikanischen Soldaten, der einen Brief an seine Frau in der Heimat schreibt. Erneut ein sehr gefühlvoller, technisch hochwertiger Song, der von Gitarren-Riffs unterstrichen wird und einfach eine Geschichte rüberbringt.

Als jemand, der zwar anderen Genres gegenüber zwar immer relativ offen ist, aber dann doch eher Rock hört, hätte ich nicht erwartet, dass das Album eines US-Rappers zu meinen Lieblingsplatten in diesem Jahr gehört. :)
Wer sich dem R&B oder Hip-Hop öffnen kann und sich für kreative, facettenreiche Künstler begeistert, wird von dem Album nicht enttäuscht werden!

Anspieltipps:
- Nothin' On You
- Airplanes

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Re: Ralfs Plattenkiste

#3 Beitrag von Ralf » Mittwoch 29. September 2010, 00:18

Gleich noch Nummer 2 hinterher:

Tired Pony – The Place You Ran From

VÖ: 23.07.2010
Genre: Indie/ Folk


Tired Pony? Schon wieder eine dieser angepassten Indie-Gruppen, die irgendwo zwischen Nostalgie und Melancholie versuchen, einen auf die Beatles zu machen? Weit gefehlt! Die Band mit dem komischen Namen ist das Projekt von sieben mehr oder wenigen bekannten Künstlern aus Nordirland und den USA.

Snow Patrol meets R.E.M.

Zum einen ist da Gary Lightbody, Sänger der Band Snow Patrol, der das ebenfalls geplante Album seiner eigentlichen Band um ein Jahr aufschob, um sich auf sein Nebenprojekt zu konzentrieren. Seine Motivation war es nach eigener Aussage, einmal als Band ganz in Eigenregie arbeiten zu können und sich nicht so viele Gedanken darum machen zu müssen, ob die Leute das anerkennen würden oder eben nicht. Auf seine Initiative kam es dazu, dass sich weitere erstklassige Musiker wie R.E.M.-Mitgründer Peter Buck (als Gitarrist) oder Grammy-Gewinner Jacknife Lee (als Produzent) dem Experiment angeschlossen haben. Folgende Geheimtipps komplettieren die 7-köpfige Band: Richard Colburn (Drummer, Belle & Sebastian), Iain Archer (Sänger-Songwriter, u.a. Snow Patrol), Scott McCaughey (Sänger-Songwriter, The Minus 5) und last but not least Troy Stewart (u.a. Snow Patrol). Zu Live-Aufrtitten von Tired Pony schauen weitere eingeladene Musiker wie The Editors-Sänger Tom Smith vorbei.

Das Debüt: "The Place You Ran From"

Mit den Vorschuss-Lorbeeren von Previews mit erstklassigen Benotungen (bspw. vom Rolling Stone – Magazin) und Ticketverkäufen in Rekordzeit ausgezeichnet, kam die Debüt-Platte von Tired Pony dann schließlich in die Läden und wenig später bei mir in den Briefkasten. Schon beim ersten Reinhören war ich von der CD fasziniert. Gary Lightbody übernimmt die meisten Gesangseinlagen und trifft mit seiner Stimme, von der ich mich auch schon live überzeugen konnte, ins Gehör. Die Melodien wirken ruhig und behutsam, zeichnen sich vor allem durch Liebe zum Detail aus und wurden toll auf einander abgestimmt. Akustik-Gitarren und Drums dominieren neben dem Gesang die Songs. Man sollte sich wirklich Zeit nehmen, das Album in seiner Reihenfolge durchzuhören. Der Chart-Faktor ist dementsprechend eher gering, aber darum ging es der Band ja auch nicht. Zu den heimlichen Highlights der Platte gehören auch diejenigen, in denen Gary den Gesang nur zum Teil übernimmt ("Get on the road") oder Kollegen wie Ian Archer ("I am a landslide") überlässt. Herausragender Song bleibt für mich "Dead American Writers", der einfach wunderbar zu verregneten Herbsttagen passt.

Fazit

Wer auf Indie Rock steht und es nicht immer laut haben muss, sondern auch mal unaufgeregter Musik zuhören kann, sollte sich die Platte zulegen oder zumindest mal reinhören. Die guten Kritiken täuschen nicht. Ich werde jedenfalls in Zukunft stärker Ausschau nach vergleichbaren Projekten ("Super Groups") halten...

Anspieltipps:
- Dead American Writers
- The Good Book (Ft. Tom Smith)
Zuletzt geändert von Ralf am Samstag 4. Februar 2012, 23:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ralfs Plattenkiste

#4 Beitrag von Ralf » Freitag 29. Oktober 2010, 16:07

Nummer drei:

Disco Ensemble – The Island of Disco Ensemble

VÖ: 4.6.2010
Genre: Rock


Die Vorfreude auf das neue Album von Disco Ensemble war groß. Schließlich hatten die vier Finnen seit dem viel gelobten "Magic Recoveries" keine neuen Songs mehr veröffentlicht. Und doch wurde es nie wirklich ruhig um die Band. Jussi Ylikoski, eines der beiden Gründungsmitglieder, sahnte in der Zwischenzeit einen begehrten Preis ab, indem er zum besten finnischen Gitarristen gewählt wurde.

Warum er diesen Preis erhalten hat, ist auf "The Island of Disco Ensemble" zu hören. Die Gitarren-Riffs von Jussi sitzen punktgenau und drücken den Songs nicht zuletzt ihren Stempel auf. Für Fans der Band mag der Sound des 4. Studioalbums zunächst gewöhnungsbedürftig sein, doch mit jedem Reinhören kam er besser bei mir an. Die Klänge wechseln fast konstant zwischen dynamischen, schnelleren Nummern wie "Pitch Black Cloud" und langsameren, eher melancholisch anmutenden Songs wie "Protector". Die Spielfreude der Finnen kommt dabei immer zum Ausdruck, allerdings ist das auch nichts, worüber man sich bei der Band, die seit Jahren zahlreiche Konzerte und Festivals rockt, Gedanken machen müsste. Besonders intensiv ist wie gewohnt Miikka Koivistos energiereiche Stimme, die zwischen Gesangseinlagen und lauten Screamo-Elementen pendelt. Diese sind allerdings auch nötig, denn ansonsten könnte sich der Sänger zwischen den lauten Drums und Gitarren-Riffs wohl kaum Gehör verschaffen. So richtig in den Hardcore reichen die Songs auf der Insel der vier Finnen trotzdem nicht. Stattdessen ragt eher die Alternative-/Indie-Note mit dem poppigen Beiklang der Keyboards heraus. Highlights sind für mich die schnelleren Songs wie "So Cold" oder "White Flag For Peace".

Alles in allem eine Platte, die Spaß macht und eher in Nächte passt, in denen man vielleicht ein Bier zu viel getrunken hat oder sich über die Freundin aufregt. Die eher einfachen, aber straighten (mir fällt gerade kein anderes Wort ein) Songs schaffen es nach dem zweiten, dritten Reinhören ins Gedächtnis.
Wer allerdings Hardcore erwartet, sollte sich im Zweifelsfall das Geld für das Album sparen, das nicht ganz an seine Vorgänger heranreicht, und sich lieber vom nächsten Gig der Band überzeugen lassen.

Anspieltipps:
White Flag For Peace
So Cold

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Re: Ralfs Plattenkiste

#5 Beitrag von Ralf » Samstag 6. November 2010, 14:05

Nummer 4...
Achtung, Geheimtipp!

Jeremy Messersmith - The Reluctant Graveyard

VÖ: 4.5.2010
Genre: Folk / Indie Pop


Hier mal ein Künstler, der noch keinem von euch bekannt sein dürfte, aber ein echter Geheimtipp ist. Jeremy Messersmith ist ein US-amerikanischer Sänger-Songwriter aus Minneapolis, der mit seinen Folk-Alben immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Durch verschiedene Musik-Foren bin ich vor kurzem auf seine aktuelle Platte "The Reluctant Graveyard" aufmerksam geworden, die inzwischen in Dauerrotation auf meinem iPod läuft. Das Repertoire von Messersmith reicht von fröhlichem Indie Pop bis zu langsameren Folk-Balladen. Er verzichtet weitgehend auf Synthetik-Elemente und trägt mit seinen Instrumenten stattdessen einen hochwertigen Acoustic-Klang auf die Ohren. Eindrucksvoll wird das beispielsweise bei "John the Determinist", wo der US-Amerikaner alleine mit seiner Stimme und ein paar Streichinstrumenten auskommt. Es fällt einem wirklich schwer, sich bei den 11 Tracks ein paar rauszugreifen. Das Niveau wird von Anfang bis Ende hochgehalten. Kein Song gleicht dem anderen. Aber so gut wie jeder hat gleich beim ersten Hören meinen Geschmack getrofen.

Am besten ihr hört einfach selbst rein.
Denn das Beste: Sämtliche Alben von Jeremy Messersmith sind bislang kostenlos!
Wer sich das entgehen lässt, ist selbst schuld!

Anspieltipps:
- Organ Donor
- A Girl, a Boy and a Graveyard (Live & Unplugged)

Alle Alben zum Wunschpreis: http://jeremymessersmith.bandcamp.com

http://www.jeremymessersmith.com

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Re: Ralfs Plattenkiste

#6 Beitrag von Ralf » Sonntag 19. Juni 2011, 13:52

Tiefer Griff in die Plattenkiste...
Nummer 5...

Eddie Vedder - Into the Wild (OST)

VÖ: 16.11.2007
Genre: Soundtrack / Acoustic Folk / Singer-Songwriter

Irgendwie bin ich gerade wieder auf diesen Thread gestoßen, deshalb mal ein neuer Post.

Vorneweg: Es handelt sich um einen Soundtrack, und zwar zum Film „Into the Wild“. Der Film handelt von einem "Aussteiger", der gerade nach dem College-Abschluss seine wohlhabende Familie zurücklässt und sich auf eine einsame Reise durch die Natur der USA macht. Unterwegs hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser - seine Ersparnisse hat er vorher einer Hilfsorganisation gespendet - und lernt dabei verschiedene Leute kennen. Sein großes Ziel ist es, bis in den tiefsten Norden nach Alaska vorzudringen. Wie die Geschichte ausgeht, schaut ihr euch am besten selbst an. Die Geschichte beruht übrigens auf einer wahren Begebenheit.

Wie bei dem Thema des Films nicht anders zu erwarten, beschränkt sich der Pearl-Jam-Frontmann Vedder zum Großteil auf akustische Elemente (v.a. Gitarren), große Nachbearbeitungen sind nicht zu hören. Der Soundtrack wurde auch erst aufgenommen, nachdem Eddie Vedder die Vorversion des Films bereits gesehen hatte. Besonderer Wert wurde auf die Songtexte gelegt, die absolut zum Thema des Films passen. Die Stimme Vedders und die ruhigen Klänge sorgen für Lagerfeuer-Atmosphäre und machen jeden Song für sich zu einem kleinen Highlight. Wer sich auf den Stil der Musik einlässt, wird eine Menge Spaß mit dem Soundtrack haben.

Da die 11 Songs insgesamt nur auf eine gute halbe Stunde kommen, lässt sich das Album auch gut an einem Stück durchhören. Also aufdrehen, entspannen und genießen.
Leichter fällt das einem noch, wenn man sich vorher den Film anschaut und beim Hören der Titel noch die genialen Naturaufnahmen vor Augen hat.

Anspieltipps:
- Dt. Trailer "Into the Wild"
- das ganze Album, v.a. aber No Ceiling, Society und Guaranteed

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Re: Ralfs Plattenkiste

#7 Beitrag von Heilandzack » Sonntag 19. Juni 2011, 21:56

Das ist eine meiner Lieblingsplatten überhaupt :)

Hab Society vor kurzem auch in nem Film verwendet, einfach klasse!
"Also gut, ich bin der Messias... und jetzt... VERPISST EUCH!"

PS: Elton ich mag dich!

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Re: Ralfs Plattenkiste

#8 Beitrag von Ralf » Montag 26. Dezember 2011, 11:16

Nummer 6...
Frohe Weihnachten!
Hab ich hier wirklich noch keine Platte der Wombats erwähnt?

The Wombats – This Modern Glitch

Genre: Britpop
VÖ: 29. April 2011

'This Modern Glitch' ist erst das zweite offiziell veröffentlichte Album der Wombats und kam im Frühjahr diesen Jahres in die Läden.

Die Band, die an der Liverpooler Musikakademie zusammenfand, schlägt etwas mehr in den Synthie-Pop ein als an das sehr gitarrenlastige Debütalbum anzuknüpfen.
Einerseits war das etwa gewöhnungsbedürftig, zeichnen sich die bisher bekanntesten Songs der Wombats doch vor allem durch ihre Gitarrenriffs aus (Moving to New York, Let's Dance to Joy Division...). Andererseits lädt der etwas poppigere Sound noch mehr zum Tanzen ein.

Gerade die ersten Songs der Platte (v.a. 'Our Perfect Disease') zeigen aber, dass der charakteristische Song der Wombats nicht verloren gegangen ist. Er wurde lediglich in einen Rahmen mit mehr Synthie-Elementen (Keyboards) eingebunden. Auch die Songtexte haben den gewohnt genialen und humoristischen Touch... 'Anti-D' nimmt auf der CD eine Sonderstellung ein, denn er wurde mit einem ganzen Streichorchester aufgenommen. Wirklich hörenswert.

Die weiteren bisher veröffentlichten Singles (Tokyo, Techno Fan, 1996) zeigen aber alle deutlich, dass die Platte vor allem etwas zum Mittanzen und Feiern ist.
Freue mich schon auf den Auftritt auf meinem Lieblingsfestival. :)

Anspieltipps:
- Our Perfect Disease (http://www.youtube.com/watch?v=d3Il0bRgorM)
- Techno Fan (http://www.youtube.com/watch?v=w8l-9nuXkDo)
Zuletzt geändert von Ralf am Samstag 4. Februar 2012, 23:34, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Ralfs Plattenkiste

#9 Beitrag von Ralf » Montag 26. Dezember 2011, 11:37

Und gleich noch Nummer 7...

Snow Patrol – Fallen Empire

Genre: Alternative Rock / Ballade …?
VÖ: 11. November 2011

Was soll ich zu dieser Platte sagen? Habe sie mir ohne reingehört zu haben, gekauft und wurde keineswegs enttäuscht.

Das bereits 6. Album der Band um Gary Lightbody, von deren Livequalitäten ich mich auch schon überzeugen konnte, kommt mit neuen Klängen daher und lässt sich schwer mit den bisherigen Alben vergleichen.
Anscheinend hat die Pause der Band gut getan. Vom Soloprojekt, dem sich Gary zwischendurch gewidmet hat (Tired Pony), könnt ihr euch ja ein paar Posts weiter oben ein Bild machen.

Gerade die beiden Tracks 'New York' und 'In the End' spiegeln den neuen Sound der Platte wieder. Hohe Originialität, wuchtige Klänge der Instrumente und Garys eher weiche Stimme... Wenn man sich ein bisschen Zeit für sie nimmt, tolle Songs um ein bisschen abzuschalten. Und das ohne in 0/8/15-Soft Rock abzudriften.

Wer sich für die Platte interessiert, sollte sich vielleicht einfach ein eigenes Bild machen und mal reinhören. Von mir gibt’s jedenfalls eine Kaufempfehlung.

Anspieltipps:
- In the End
- New York
- Called Out In the Dark

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Re: Ralfs Plattenkiste

#10 Beitrag von Ralf » Samstag 4. Februar 2012, 15:20

The Maccabees – Given to the Wild

VÖ: 20.01.2012
Genre: Britpop / Indie


Wie angekündigt möchte ich hier auch auf die nagelneue Platte der Maccabees eingehen.
Die Briten haben mich 2008 auf der SfN-Bühne im Taubertal stark beeindruckt, weshalb ich mich auch näher mit ihnen beschäftigt habe.

"Given to the Wild" ist das dritte Album der Maccabees und erst vor wenigen Wochen erschienen. Nachdem es in der englischen Presse sehr gute Kritiken bekommen hat (z.B. NME: 9/10 Punkte), habe ich mir es wenig später auch gekauft.
Der Sound der Maccabees hat sich im Vergleich zu ihren vorherigen Alben etwas verändert. Der poppige Sound ist ein bisschen in den Hintergrund gerückt und hat Platz gemacht für einen etwas stilleren, tieferen Klang – vielleicht vergleichbar mit Arcade Fire oder den Foals.

Gleich die ersten Tracks, allen voran "Feel to Follow", zeigen die neuen Facetten der Band um Orlando Weeks. Drums und Gitarren bilden hauptsächlich den Hintergrund der Songs, während Orlando mit seiner hohen, weichen Stimme für Akzente sorgt. Teilweise klingen die Tracks sogar ein bisschen nach Folk und dadurch etwas oldschool, was aber ins Gesamtbild passt. Die Single "Pelican" ist neben "Feel to Follow" das Highlight der Platte, die von großartigen Lyrics in "Go" und "Grew Up At Midnight" eingerahmt wird. Alles in allem eine CD, zu der man sich super zurücklehnen und entspannen kann.

Wer mit Indie etwas anfangen kann und auf britische Musik steht, sollte auf jeden Fall mal in die Platte reinhören.
Für mich gehört sie schon zu den Anwärtern auf das Album des Jahres. :)

Anspieltipps:
- Pelican (Live)
- Feel to Follow (Making Of)

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Re: Ralfs Plattenkiste

#11 Beitrag von Ralf » Sonntag 26. Februar 2012, 13:50

Nummer 9...
Weibliche Premiere... ;)

Ellie Goulding – Bright Lights

VÖ: 7.5.2010
Genre: Synthie-Pop, Ballade


Möchte euch das Album einer englischen Singer-Songwriterin vorstellen, nämlich "Bright Lights" von Ellie Goulding. :rotwerd: Es ist 2010 erschienen und ihr bisher einziges Album.

Ellie wurde 2009 bei einem ihrer zahlreichen Auftritte in Londoner Pubs entdeckt und erhielt noch im selben Jahr ihren ersten Plattenvertrag. Nach ersten Charterfolgen in England wurde sie mit verschiedenen Newcomer-Preisen ausgezeichnet und bekam große Festival-Auftritte (bei uns u.a. RaR), bleibt aber bis dato außerhalb des UK weitgehend unbekannt – zu unrecht, wie ich finde.

"Bright Lights" ist wie gesagt das Debütalbum von Ellie Goulding. Es geht klar Richtung Pop, ohne jedoch in den Mainstream abzudriften.
Da Ellies Stimme, die den Klang der Platte ausmacht, eigentlich alle Songs dominiert, möchte ich gar nicht allzu viel zum Album schreiben. Wer sich mit den ersten 5-6 Liedern (allen voran "Starry Eyed") anfreunden kann, wird auch an den folgenden Songs Spaß haben. Am Ende des Albums verbirgt sich mit dem Cover von Elton Johns "Your Song" noch ein echtes Highlight der CD, die insgesamt ein bisschen an 'Florence and the Machine' oder 'Marina and the Diamonds' erinnert.
Mir persönlich gefallen die Live-Auftritte von Ellie aber noch um einiges besser, weil der teils sehr poppige Rahmen ihrer Songs dann etwas wegfällt und ihre Stimme noch besser zum Ausdruck kommt.

Meiner Meinung nach muss sich Ellie Goulding nicht vor Adele & Co. verstecken...
Ein neues Album ist für dieses Jahr geplant.

Anspieltipps:
- Starry Eyed (Live & Acoustic @ MTV-Home)
- Under the Sheets
- The Writer
- Your Song (Elton John Cover)

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Re: Ralfs Plattenkiste

#12 Beitrag von Ralf » Donnerstag 7. Juni 2012, 00:13

Nummer 10...
Noch ein Geheimtipp...

Talking Pets – Cities

VÖ: 24.02.2012
Genre: Indie Rock/Pop


Nach längerer Pause möchte ich hier mal eine deutsche Newcomer-Band erwähnen: die Talking Pets.

Ich bin vor ein paar Wochen auf die vier Münchener aufmerksam geworden, als ich abends durch den TV geschaltet habe und bei einem Musikvideo auf On3 bzw. BR hängen geblieben bin. Es war das Video zum Song "Montreal", der mich wiederrum auf das aktuelle Album der Band gebracht hat. Es trägt den Namen "Cities" und ist im Februar diesen Jahres als zweite CD der Talking Pets erschienen. Bei Amazon steht sie für ca. 9€ (12 Songs) zum Download bereit.

Das Album zeigt sich vom Stil her ziemlich vielfältig. Es beginnt mit ein paar eher ruhigeren, rockigen Balladen und öffnet sich dann einem Spektrum aus Folk, Indie und tanzbarem "Radio-Rock". Der eingangs erwähnte Song "Montreal“ oder auch "The Salesman" sind etwa zwei Ohrwürmer, die sich durch ihren eingängigen Refrain und schlichten Sound auszeichnen. Ihnen folgen 3-4 Songs, die dann schon etwas 'britischer' und poppiger klingen. "Silhouette" beispielsweise erinnert vom Gesang her ein bisschen an Bands wie The Postal Service. Mit "Too Many Girls" liefern die Talking Pets dann eine Acoustic-Ballade im Lagerfeuer-Style. Wieder besser gefallen mir persönlich die letzten beiden Songs, die einfach richtig chilliger Indie-Rock sind.

Dieser 'chillige' Sound aus Rock und Pop ist es für mich auch, der die Band ausmacht.
Am besten ihr hört einfach selbst mal rein.

Anspieltipps:
- Montreal
- Carolina

http://wearetalkingpets.blogspot.de/
-> Talking Pets (On3 Bandportrait)

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Re: Ralfs Plattenkiste

#13 Beitrag von Ralf » Donnerstag 28. Juni 2012, 12:01

Ein kleines Update:
Ihr könnt die Talking Pets jetzt sogar aufs Taubertal-Festival wählen. ;)

http://on3.de/element/14442/taubertal-f ... s-gewinnen

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Re: Ralfs Plattenkiste

#14 Beitrag von Ralf » Mittwoch 25. Juli 2012, 13:03

Nummer 11...
Das neue Album einer TOA-erprobten Band...

The Gaslight Anthem - Handwritten

VÖ: 20.07.2012
Genre: Rock


Als mittlerweile schon 11. Album möchte ich euch gerne die neue Platte von The Gaslight Anthem ans Herz legen.
Seitdem die Jungs 2010 einen super Auftritt im Taubertal hingelegt haben, habe ich mich näher mit ihnen beschäftigt und großen Gefallen an ihrer Musik gefunden.

Das vierte Album der sympathischen US-Amerikaner trägt den Namen "Handwritten" und ist vor wenigen Tagen bei uns erschienen. Nach eigenen Aussagen soll es die Band wieder zu ihren Anfängen führen: zu ehrlichem, hausgemachten Rock.

Die neue CD öffnet mit "45" gleich mit einem Kracher, der an erfolgreiche Vorgänger wie "The '59 Sound" erinnert. Und auch die folgenden Tracks, darunter der titelgebende Song "Handwritten", schlagen in diese Richtung ein: gitarrenlastiger Rock, dem Brian Fallon mit seiner energiereichen Stimme das Unverwechselbare gibt. Mal auf ruhige Art und Weise, wie im akustisch begleiteten "National Anthem", mal aggressiv wie in "Too Much Blood". Daneben gibt es mit "Howl" oder "Keepsake" auch Songs, die Potenzial für Stadionrock haben.

Alles in allem ein richtig tolles Album, das noch lange bei mir laufen wird.
Und mit 5€ (für 12 Titel) ist es bei Amazon als MP3-Download auch sehr erschwinglich.

Anspieltipps:
- "45"
- Handwritten

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Re: Ralfs Plattenkiste

#15 Beitrag von The Reaper » Montag 30. Juli 2012, 11:24

The Gaslight Anthem haben mich im Tal 2010 auch überzeugt, leider habe ich es seit dem nicht geschafft, mich richitg mit denen zu beschäftigen. Seit 3 Wochen läuft jetzt aber American Slang und The '59 Sound bei mir im CD-Wechsler im Auto. Einfach nur gute Musik. Das neue Album werd ich mir auch kaufen, danke für dein kurzes Review! :daumenhoch01:

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Re: Ralfs Plattenkiste

#16 Beitrag von Ralf » Donnerstag 15. November 2012, 21:28

Nummer 12...
Die Impfungen...

The Vaccines – Come of Age

VÖ: 31.08.2012
Genre: Rock / Indie


Um mich mal wieder im Forum zurückzumelden, hier eine weitere englische Band mit einem neuen Album! Die Vaccines sind eine vierköpfige Indie-Band, die sich 2010 in London zusammengefunden hat. Mit ihrem neuen, zweiten Album COME OF AGE haben es die Jungs im UK auf den Spitzenplatz der Charts geschafft, in Deutschland bisher nicht annähernd so weit (Platz 82). Grund genug also, sie hier auch mal zu erwähnen.

Bei ihrem neuen Album verzichtet die Band, die die Ramones oder Strokes als ihre Vorbilder nennt, auf das große Drumherum und hält ihre Songs relativ einfach. Die einzigen Instrumente, die auf der Platte zu hören sind: Schlagzeug, Gitarre und Bass. Zusammen mit der Stimme von Justin Young ergibt das sehr eingängige Lieder, bei denen man sich immer wieder erwischt, im Takt mitzuwippen.
Die Songs NO HOPE und TEENAGE ICON, die schon unter den ersten drei Liedern zu finden sind, gehören auf jeden Fall zu den Highlights des Albums. Auch WEIRDO ("I know I'm fu**ing moody / And I know I'm quite unkind / But you're always on my mind") und BAD MOOD gefallen mir mit ihren etwas verspielteren Gitarrenklängen. Insgesamt erinnert mich das Album ein bisschen an die Arctic Monkeys (für die sie schon Vorband waren) oder die Libertines - an letztere vor allem wegen der Stimme von Justin, die sich nie groß abhebt und so verträumt vor sich hin singt.
In der Deluxe-Edition, die nur 2-3 Euro teurer als die normale Version ist, legen die Vaccines noch eine Live-CD eines Konzerts in Brighton drauf, das Lust darauf macht, sich die Band selbst mal anzuschauen. Teilweise gefallen mir die Lieder mit dem Publikum, das im Hintergrund voll mitgeht, noch besser als die Studio-Aufnahmen.

Wer also gerne Indie-Rock hört und nach einer neuen Band sucht, die auf aufwändige Produktionen verzichtet und einfach Spaß an der Musik vermittelt, sollte in COME OF AGE unbedingt mal reinhören! Im nächsten Jahr, für das die Vaccines gerade ihre erste große Tour planen, gibt es dann hoffentlich auch die ein oder andere Möglichkeit, sich live ein eigenes Bild von der Band zu machen...

Vielleicht ja auf dem TOA 2013?

Anspieltipps:
- No Hope
- Teenage Icon

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